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KircheSaulZehentstadelDie Geschichte von „Berg“, wie Memmingerberg einst genannt wurde, lässt sich bis in das 6. Jahrhundert zurückverfolgen. Erstmals wird Berg in einer Urkunde genannt: Im Jahre 1130 schenkt Irmgard von Gundelfingen dem Kloster Zwiefalten drei Höfe in Berg.

Die erste Kirche in Berg um 1483 ist dem heiligen Gordianus und Epimachus geweiht und gehört viele Jahre zur Memminger St.-Martins-Kirche. Das älteste noch erhaltene Bauwerk – der heutige Zehentstadel – wird anstelle einer Wasserburg des Wernher von Berg 1545 errichtet. Der Zehentstadel steht als letztes Haus an der Augsburger Straße auf einer kleinen Anhöhe. Auf der Seite zur Straße trägt das Gebäude das Stadtwappen in Stein und eine Steintafel mit der Innschrift „Am Zehentstadel Memmingerberg der Unterhospitalstiftung Plan um FriedenssaulMemmingen 1170 Wasserburg des Wernher von Berg Ottobeurer Dienstmanne 1321 Hartmann von Berge“. Auf der Gegenseite ist eine Sonnenuhr. Zehenstadel dienten der Reichsstadt Memmingen zum Einsammeln des großen Zehents (Getreide aller Art) und des kleinen Zehents (Obst, Heu, Flachs, Kartoffeln usw.).

Unweit des Zehentstadels befindet sich die „Friedsaul“. Es handelt sich hierbei um eine über vier Meter hohe steinerne Säule, die die Grenze der Gerichtsbarkeit der ehemaligen Reichstadt Memmingen kennzeichnet. Ein weiteres Monument dieser Art steht nordöstlich der Trunkelsberger Straße. Die Verbindungsgerade zwischen beiden ist ein Teil der Memminger Friedensgrenze.

Wer Rang und Namen in der Reichsstadt Memmingen hat, der baut sich im 18. Jahrhundert sein Landschloss in Berg, mit Blick auf die Stadt. Die Landsitze der alten Patrizierfamilien von Lupin, von Wachter, von Unold und von Stoll sind noch gut erhalten und zeugen von dieser Zeit. Insgesamt gibt es fünf Schlösschen.
Nach dem Friedensschluss von Luneville am 9. Februar 1801 zwischen der Römisch-Kaiserlichen SchloessleMajestät, dem deutschen Reiche und der Republik F r ankreich sowie der Verfügung von Maximilian Joseph Kurfürst kommt die Stadt Memmingen zu Bayern – die „Berger“ werden bayerische Untertanen. In den weitgreifenden Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden die ehemaligen Herrschaftsgebiete aufgelöst und 1802 dem Kurfürstentum Bayern und 1806 dem Königreich Bayern einverleibt.
Es gilt als sehr sicher, dass die Selbstständigkeit in der Zeit Napoleon Bonapartes zwischen dem 28. November 1802 und dem 1. März 1804 erfolgt sein muss. (Der Haienbach bildet mittig die Gemeindegrenze). Infolge dieser Gewissheit, wird die Gemeinde anno 2014 ihre 210-jährige Selbstständigkeit feiern.
Die erste genaue Einwohnerzahl wird 1824 erwähnt – 284 Menschen leben seinerzeit in der Gemeinde. Bis 1900 steigt die Zahl langsam auf 440, bis nach dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) auf mehr als 600 an.
In den Jahren 1935 und 1936 wird in Memmingerberg ein Flugplatz gebaut. Während Landwirte große landwirtschaftliche Flächen an den Fliegerhorst abgeben müssen, nehmen Mannschaften und Offiziere in Memmingerberg Quartier und Wohnsitz – umfangreiche Wohnungsbauten für Personal und Angehörige werden deshalb notwendig. Die Einwohnerzahl von über 600 erhöht sich sprunghaft auf 1.500. Folge: Die rein landwirtschaftliche Struktur in Memmingerberg verändert sich ebenso wie die christliche Orientierung. Bis 1935 ist die Gemeinde rein evangelisch-lutherisch. Infolge des Flugplatzbaus kommen nun auch Katholiken in den Ort.

Der Zweite Weltkrieg wirkt sich auch auf Memmingerberg verheerend aus – Hunderte von Menschen verlieren ihr Leben. Zahlreiche Bomben fallen darüber hinaus auf Trunkelsberg, Eisenburg, Amendingen und Steinheim. Am 8. Mai 1945 kapituliert Deutschland. Das Land wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Aus dem Schutt der Städte und Dörfer arbeitet sich Deutschlands Westen zu einer Wirtschaftsmacht nach oben. In Memmingerberg geht es ebenfalls aufwärts – auch in punkto Einwohnerzahl: Weil die Gemeinde zahlreiche Ortsvertriebene aufnimmt, leben anno 1961 2740 Menschen in Memmingerberg. Zum Vergleich: 1982 beträgt die Einwohnerzahl 2200, 2011 hat sie sich bei rund 2800 eingependelt. Im Jahre 1972 findet in  Bayern die Landkreisreform statt, als erster Schritt der Gebietsreform. Der Altkreis Memmingen geht in dem Landkreis Unterallgäu auf. Memmingen bleibt kreisfrei. 1978 folgt die Gemeindegebietsreform. Die Stadt Memmingen ist immer wieder bestrebt, Memmingerberg einzugemeinden – die Kommune späht vor allem nach Osten über den Haienbach.
RathausBürgermeister Heinrich Gratzert, der bereits beim Militärflughafen und der Gebietsreform eine zentrale Rolle gespielt hatte, beharrt jedoch ebenfalls wie seine Vorgänger und Nachfolger auf die Selbstständigkeit der Gemeinde. 1978 schließt sich Memmingerberg freiwillig mit den Nachbargemeinden Benningen, Holzgünz, Lachen, Trunkelsberg und Ungerhausen zusammen: Die Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg entsteht, die Gemeinden bleiben selbst- und eigenständig. Vor den Toren der Stadt Memmingen bestätigt die Bayerische Staatsregierung den Zusammenschluss, der 2013 genau 35 Jahre Gültigkeit hat.

 

 

 

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ZehentstadelDie Geschichte von „Berg“, wie Memmingerberg einst genannt wurde, lässt sich bis in das 6. Jahrhundert zurückverfolgen. Die erste Erwähnung erfolgt nach 600. Der Alemanne Mammo hat hier gesiedelt, bevor die heutige Stadt Memmingen gegründet worden ist. Mammo ist seinerzeit Namensgeber für viele Siedlungen. So wird beispielsweise ab dem 7. Jahrhundert in Memmingen ein fränkischer Königshof vermutet, weshalb der Name Memmingen vermutlich auf einen Königshof bei der Siedlung des Mammo zurückzuführen ist.

Berg wird erstmals in einer Urkunde genannt: Im Jahre 1130 schenkt Irmgard von Gundelfingen dem Kloster Zwiefalten drei Höfe in Berg. Auch der Ritter Konrad von Lauben besitzt um diese Zeit einen Hof in Berg. Um 1400 bis 1500 entsteht der „Geisenhof“. Die erste Kirche in Berg um 1483 ist dem heiligen Gordianus und Epimachus geweiht und gehört viele Jahre zur Memminger St.-Martins-Kirche. Das älteste noch erhaltene Bauwerk – der heutige Zehentstadel – wird anstelle einer Wasserburg des Wernher von Berg 1545 errichtet. Der Zehentstadel steht als letztes Haus an der Augsburger Straße auf einer kleinen Anhöhe. Auf der Seite zur Straße trägt das Gebäude das Stadtwappen in Stein und eine Steintafel mit der Innschrift „Am Zehentstadel Memmingerberg der Unterhospitalstiftung Memmingen 1170 Wasserburg des Wernher von Berg Ottobeurer Dienstmanne 1321 Hartmann von Berge“. Auf der Gegenseite ist eine Sonnenuhr. Zehenstadel dienten der Reichsstadt Memmingen zum Einsammeln des großen Zehents (Getreide aller Art) und des kleinen Zehents (Obst, SaulHeu, Flachs, Kartoffeln usw.)

Unweit des Zehentstadels befindet sich die „Friedsaul“. Es handelt sich hierbei um eine über vier Meter hohe steinerne Säule, die die Grenze der Gerichtsbarkeit der ehemaligen Reichstadt Memmingen kennzeichnet. Ein weiteres Monument dieser Art steht nordöstlich der Trunkelsberger Straße. Die Verbindungsgerade zwischen beiden ist ein Teil der Memminger Friedensgrenze.

Wer Rang und Namen in der Reichsstadt Memmingen hat, der baut sich im 18. Jahrhundert sein Landschloss in Berg, mit Blick auf die Stadt. Die Landsitze der alten Patrizierfamilien von Lupin, von Wachter, von Unold und von Stoll sind noch gut erhalten und zeugen von dieser Zeit. Insgesamt gibt es fünf Schlösschen. Als Beispiel sei das Schlösschen an der Augsburger Straße 34 genannt. Johann Daniel von Unold, der Bruder des späteren Bürgermeisters Georg von Unold erwirbt am 25. Februar 1775 von der Gemeinde Berg ein Grundstück, baut einen kleinen Bauernhof darauf und ein Jahr später für sich das „Unoldsche Schlößle“, auch „Rotes Schlößle“ genannt. Die früher am Haus angebrachte Steintafel der Heimatpflege trägt die Inschrift „Das Rote Schlösschen des Memminger Geschlechtes von Unold erbaut 1776“. Im Ortsteil Künersberg stellt von 1745 bis 1768 Jakob von Küner seine kostbaren Fayencen her, die heute begehrte Sammelobjekte sind.

Nach dem Friedensschluss von Luneville am 9. Februar 1801 zwischen der Römisch-Kaiserlichen Majestät, dem deutschen Reiche und der Republik Frankreich sowie der Verfügung von Maximilian Joseph Kurfürst kommt die Stadt Memmingen zu Bayern – die „Berger“ werden bayerische Untertanen. In den weitgreifenden Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden die ehemaligen Herrschaftsgebiete aufgelöst und 1802 dem Kurfürstentum Bayern und 1806 dem Königreich Bayern einverleibt.

Es gilt als sehr sicher, dass die Selbstständigkeit der Gemeinde in der Zeit Napoleon Bonapartes zwischen dem 28. November 1802 und dem 1. März 1804 erfolgt sein muss. Obgleich das Landgericht Ottobeuren den heutigen Ortsnamen erst 1838 amtlich einführt, wird das Dorf seit dem 1. März 1804 Memmingerberg genannt und liegt im Osten vor der Stadt. Der Haienbach bildet mittig die Gemeindegrenze. Mit der Gewissheit, dass Berg am 1. März nicht mehr zur Stadt Memmingen gehört hat, wird die Gemeinde anno 2014 ihre 210-jährige Selbstständigkeit feiern.
Die erste genaue Einwohnerzahl wird 1824 erwähnt – 284 Menschen leben seinerzeit in der Gemeinde. Bis 1900 steigt die Zahl langsam auf 440, bis nach dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) auf mehr als 600 an.
In den Jahren 1935 und 1936 wird in Memmingerberg ein Flugplatz gebaut. Während Landwirte große landwirtschaftliche Flächen an den Fliegerhorst abgeben müssen, nehmen Mannschaften und Offiziere in Memmingerberg Quartier und Wohnsitz – umfangreiche Wohnungsbauten für Personal und Angehörige werden deshalb notwendig. Die Einwohnerzahl von über 600 erhöht sich sprunghaft auf 1.500. Folge: Die rein landwirtschaftliche Struktur in Memmingerberg verändert sich ebenso die christliche Orientierung.

Bis 1935 ist die Gemeinde rein evangelisch-lutherisch. Infolge des Flugplatzbaus kommen nun auch Katholiken in den Ort. Der Dienst im Fliegerhorst wird offiziell im März 1937 aufgenommen. Infolge des Antrags des Luftkreiskommandos 5 München am 17. April 1937 an die Regierung von Schwaben auf eine Teileingemeindung nach Memmingen, wird erstmals die Selbstständigkeit der Gemeinde angegriffen. Diese Initiative wird von den Offizieren des Fliegerhorstes ausgelöst. Sie begründen dies mit der unbefriedigenden Schulsituation in Memmingerberg. Die Bestrebungen, Memmingerberg einzugemeinden gehen weiter. Hintergrund: Die Stadt Memmingen möchte möglichst schnell von 16.000 auf 20.000 Einwohner anwachsen, damit die Kommune in den Genuss der Rechte kommt, die die Deutsche Gemeindeordnung den mittleren und größeren Städten einräumt. Die Gemeinde Memmingerberg wehrt sich unter Federführung von Bürgermeister Matthäus Rabus erfolgreich. Auch bei den weiteren Versuchen, die Gemeinde der Stadt Memmingen einzuverleiben, setzt sich der Schultheiß erfolgreich zur Wehr. Die Debatten gehen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges unter, flammen aber später wieder auf.   

Zu Beginn des Frankreichfeldzuges im Mai und Juni 1940 werden Einsätze zunächst von Memmingen aus geflogen. Später verlegt man das Geschwader auf verschiedene Flugplätze in Frankreich. Der erste Großangriff auf den Fliegerhorst erfolgt am 18. März 1944. Das Bombardement dauert etwa eine Stunde und 15 Minuten. Die Brisanzbomben verursachen schwere Schäden. Zwölf Menschen verlieren an diesem Tag ihr Leben, 27 weitere Personen kommen einen Tag später um. Über 800 feindliche Flugzeuge dringen den Kommandeuren am Fliegerhorst zufolge in den Memminger Luftraum Memmingen ein. Die meisten Splitterbomben fallen auf die Gottlob-Müller-Straße im Fliegerhorst sowie nordwestlich des Fliegerhorstes ab; zahlreiche Bomben fallen darüber hinaus auf Trunkelsberg, Eisenburg, Amendingen und Steinheim.

Fliegerhorst BombenIn Benningen und Hawangen schlagen hunderte der Sprengbomben auf landwirtschaftlichen Grund auf. Der zweite Großangriff auf den Fliegerhorst findet am 18. Juli 1944 statt. In Intervallen geht auf breiter Front der Bombenhagel nieder. Die Liste der Toten ist erneut sehr lang: Im Sterbebuch des Standesamtes Memmingerberg sind für den 18. Juli 46 Todesfälle beurkundet. Es wird vermutet, dass dem Angriff rund 150 Menschen zum Opfer fallen. Viele Verwundete werden nach Memmingen ins Krankenhaus gebracht oder sterben auf dem Weg dorthin. Die bis dahin verschonten Hallen und Gebäude werden zerstört. Die amerikanischen Bomberverbände greifen den Fliegerhorst  aus rund 250 Meter Höhe ohne Vorwarnung an. Noch am Abend des 18. Juli transportieren die Lastwagen des Fliegerhorstes Tote in die bereits überfüllte Leichenhalle. Für die Soldaten und Beschäftigten des Fliegerhorstes ist der 18. Juli ein schlimmer Tag. Weitere Angriffe folgen am 20. Juli 1944 sowie am 9. April 1945. Der Schwerpunkt beim Angriff 1945 liegt im Ost-Viertel. Die Brandbomben setzen sechs landwirtschaftliche Anwesen in Flammen. Sechs Namen geben der Tragödie ein Gesicht: In Flammen stehen die Höfe von Michael Wiblishauser, Georg Geiger, Jakob Zettler, Matthäus Rabus, Peter Rabus und Ludwig Wassermann. Auch die Kirche wird getroffen – die Spitze des Kirchturms brennt dabei bis zur Hälfte ab. Am 8. Mai 1945 kapituliert Deutschland. Das Land wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Aus dem Schutt der Städte und Dörfer arbeitet sich Deutschlands Westen zu einer Wirtschaftsmacht nach oben. In Memmingerberg geht es ebenfalls aufwärts – auch in punkto Einwohnerzahl: Weil die Gemeinde zahlreiche Ortsvertriebene aufnimmt leben anno 1961 2740 Menschen in Memmingerberg. Zum Vergleich: 1982 beträgt die Einwohnerzahl 2200, 2011 hat sie sich wieder bei rund 2800 eingependelt. Im Jahre 1972 findet in  Bayern die Landkreisreform, als erster Schritt der Gebietsreform statt. Der Altkreis Memmingen geht in den Landkreis Unterallgäu auf. Memmingen bleibt kreisfrei. 1978 folgt die Gemeindegebietsreform. Die Stadt Memmingen ist erneut bestrebt, Memmingerberg einzugemeinden. Die Kommune späht vor allem nach Osten über den Haienbach. Bürgermeister Heinrich Gratzert, der bereits beim Militärflughafen und der Gebietsreform eine zentrale Rolle gespielt hatte, beharrt jedoch ebenfalls wie seine Vorgänger und Nachfolger auf die Selbstständigkeit der Gemeinde. Memmingerberg bleibt selbstständig und schließt sich 1978 freiwillig mit den Nachbargemeinden Benningen, Holzgünz, Lachen, Trunkelsberg und Ungerhausen zusammen. Die Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg entsteht, die Gemeinden bleiben selbst- und eigenständig. Vor den Toren der Stadt Memmingen bestätigt die Bayerische Staatsregierung den Zusammenschluss, der 2013 genau 35 Jahre Gültigkeit hat. 

 

 

 

 

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