Gemeinde

Memmingerberg

150 Jahre Friedenslinde

150 Jahre Friedenslinde in Memmingerberg

friedenslinde_01Am Montag, den 1. Mai 1871 wurde anlässlich des zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Friedens am heutigen Kirchengässchen in Memmingerberg eine Linde gepflanzt. Es gab einen offiziellen Festakt mit einer feierlichen Rede. (Redner: Johannes Pfalzer, Bauer und Beigeordneter). Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen 1870 und 1871 haben drei Bürger aus Memmingerberg ihr Leben verloren (Gedächtnistafel liegt heute in der evangelischen Kirche). Die Linde hat heute eine stattliche Höhe von ca. 25 Meter mit einem Stammumfang von ca. 5 Meter. Am 26. Februar 1871 gab es bereits einen Vorfrieden in Versailles. Den endgültigen Friedensschluss in Frankfurt am 10. Mai zögerte die französische Regierung möglichst lange hinaus. Die Inschrift an der Linde sagt jedoch, dass sie anlässlich der Ausrufung des Deutschen Reiches gepflanzt wurde. Diese Reichsgründung wurde am 18. Januar 1871 durch die Ausrufung Wilhelms I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles nahe Paris erklärt. Die Verfassung des deutschen Reiches trat formal am 1. Januar 1871 in Kraft.

Zur Bedeutung der Linde an sich gibt es außerdem viel Wissenswertes (wir haben versucht, das Wichtigste darzustellen): Die Linde gilt als Sinnbild für die Gemeinschaft und steht noch heute in vielen Dorfzentren als „Baum des Volkes“ mit Symbolik für Heimat, Frieden, Liebe und Gerechtigkeit. Auch als sogenannter „Tanzbaum“ schmückt die Linde viele Dorfmittelpunkte. Sie wurde, wie schon oben im Text erwähnt, zu feierlichen Anlässen als Denkmal an besondere Orte gepflanzt.

Mit ihren herzförmigen Blättern wird die Linde zudem der Göttin Freija (Göttin der Liebe und Hüterin des Feuern und des Friedens) zugeordnet. Der betörende Duft der Lindenblüten steht als Zeichen der Fruchtbarkeit. Auch Insekten lassen sich scharenweise durch diesen Duft anlocken. Der Tee aus Lindenblüten gilt als heilsame Unterstützung bei Erkältungskrankheiten, Fieber und Husten. Ebenfalls das Vertreiben von bösen Geistern und Dämonen wird der Friedenslinde zugesagt. Sie können ein Alter von bis zu 1.000 Jahren erreichen.

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Wir sind stolz und dankbar über solch wertvollen Baumbestand. Aus gegebenem Anlass werden wir am Samstag den 01. Mai 2021 um 9.30 Uhr einen „Freiluftgottesdienst“ an der Linde abhalten. Immer wertvoll ist auch ein Rundgang durch unsere Gemeinde an der Linde vorbei – nehmen Sie sich einfach die Zeit zum Verweilen, die Seele baumeln zu lassen und zum „Auftanken“.

Ihr Alwin Lichtensteiger
1. Bürgermeister

 

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